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Ringo Müller, Historiker

Projekte

Zwischen Erfahrung und Erinnerung: Bildungs(um)wege christlicher DDR-Bürger*innen von der sozialistischen Gesellschaft bis in die Gegenwart

Projekt im Rahmen des BMBF-Verbundes „Diktaturerfahrung und Transformation“

Laufzeit: 2019-2022

Projektbeschreibung

Profilzeichnung

Das Forschungsprojekt gründet auf der Feststellung, dass Benachteiligungen junger Christ*innen in der Deutschen Demokratischen Republik zumeist in engem Zusammenhang mit dem sozialistischen Bildungswesen erinnert werden. Deshalb rückt die historische Untersuchung Erzählungen, Praktiken und Strukturen von Ungleichheiten im Bildungssystem in den Mittelpunkt und erforscht (Aus-)Bildungs(um)wege christlicher DDR-Bürger*innen. Hierbei werden unterschiedliche Perspektiven gewählt.

Zum einen rücken anhand privater und staatlicher Überlieferungen institutionengebundene Bildungsübergänge in den Blick. Welche Akteure wirkten bei sozialen, politischen und ideologischen Bevorzugungen und Gegenprivilegierungen lokal zusammen? Wie veränderten sich Ermöglichungs- und Verhinderungskonstellationen vor dem Hintergrund des Wandels der Bildungsinstitutionen zwischen 1961 und 1990? Wie erschufen sich Christ*innen Handlungsspielräume?

Zum anderen werden mithilfe von Zeitzeug*inneninterviews und autobiografischen Schilderungen vielgestaltige individuelle Bildungserinnerungen untersucht. Von welchen Erfahrungen wird wie berichtet? Wie deuten die Befragten die Vergangenheit in individueller und gesellschaftlicher Hinsicht? Wie interpretieren sie ihre Bildungswege in Bezug auf die Wiedervereinigung 1989/90? Wie gestalten sie ihre Bildungsbiografien bis in die Gegenwart hinein?

In der daran anschließenden Auseinandersetzung sollen Gegensätze und Gemeinsamkeiten von unterschiedlichen Bildungsvorstellungen in der (post)sozia-listischen Gesellschaft dargestellt und diskutiert werden. Welche alltäglichen Bildungswirklichkeiten bildeten sich in der Erziehungs- und Fürsorgediktatur heraus? Durch welche Erzählungen und sprachlichen Codes wurden und werden sie abgebildet? Welche alternativen Bildungsverständnisse setzten Akteure dem entgegen?

Im Zuge dessen ist es Ziel des Projektes, zu erforschen, wie durch vielfältige historische und gegenwärtige Akteure widersprüchliche, aber ebenso übereinstimmende, sinnstiftende Geschichten darüber entstehen, was Bildung in der sozialistischen Gesellschaft bedeutete und fortwährend bedeutet.

Damit wird ein gegenwärtiger Dialog über eine gemeinsame, facettenreiche Vergangenheit ermöglicht. Denn während Benachteiligungen in den Erinnerungen Betroffener eine wichtige Rolle spielen, beurteilen rückblickend viele Menschen in Ostdeutschland die DDR-Bildungsinstitutionen und ihre individuellen Entwicklungschancen innerhalb dieser positiv.

Schreibaufruf: Ihre Bildungsgeschichte!

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Im Oktober 2020 startete im Rahmen des Projektes ein Schreibaufruf. Einen kleinen Aufruf habe ich ebenfalls im Internet umgesetzt.

Schreibaufruf: Ihre Bildungsgeschichte! →

Im Vordergrund standen unter anderem folgende Fragen: Welche Erfahrungen sammelten Christen bei Ihren (Aus‐ und Weiter‐)Bildungsbemühungen und –zielen, beim lebenslangen Lernen im Sozialismus? Was erlebten sie u.a. in der Schule, in Fortbildungen oder beim Studium in der DDR? Welche Erinnerungen haben sie an Bildungsübergänge? Suchten und fanden sie alternative, nicht‐staatliche Bildungsmöglichkeiten?

Ausführliche Informationen zum Schreibaufruf auf der Homepage der Universität Erfurt:
→ Schreibaufruf: Ihre Bildungsgeschichte! (Universität Erfurt)

Zeitungsartikel zum Schreibaufruf:
→ Bildungswege von Christen in der DDR (Hanno Müller, Thüringer Allgemeine, 25.9.2020)

Kontaktinformationen

Für Hinweise wie Rückfragen zum und zum Austausch über das Forschungsprojekt stehe ich gern zur Verfügung unter:
📧 ringo.mueller@uni-erfurt.de.

Projekt- und Thesenpräsentationen

Arbeitskreis für Katholizismusforschung, Schwerte, November 2019
→ www.katholizismusforschung.de

Kolloquium des BMBF-Forschungsverbundes Diktaturerfahrung und Transformation an der Universität Erfurt, Dezember 2019

Geschichtsmesse der Bundesstiftung Aufarbeitung, Suhl, Januar 2020
→ Veranstaltungsseite mit der Projektübersicht
→ Informationen zur Geschichtsmesse

Materialien

↓ Projektposter (*.pdf | 710KB)

Weitere Informationen

→ Offiziellen Projektseite (BMBF-Verbund)

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