Gekritzeltes: Projektanfänge
Viele Monate hatte ich keine Zeit, mich meiner kleinen Homepage zu widmen. Die letzten Tage waren etwas anstrengend und so nehme ich mir heute bewußt etwas Zeit für mich. Beim Blick in den Quellcode der Seite fielen mir wieder ein paar Fehler auf, die ich gleich mit beseitigen konnte.
Diese Seite entsteht aus einem Nachdenken über eine zukünftiges Projekt, das seinem Autor irgendwie den finanziellen Lebensunterhalt in der universitären Landschaft der Bundesrepublik sichern soll. Nachdem ich in den vergangenen Jahren ein Projekt bearbeitet hatte, das an mich herangetragen worden war, möchte ich nach dem Abschluss des Manuskriptes den thematischen Faden wieder in meinen Händen halten.
Mit Theatergeschichte hatte ich bis 2019 wenig am Hut. In meiner gymnasialen Zeit besuchte ich sehr oft die Vorstellungen im Zwickauer Theater. Aber während meines Studiums in Dresden bin ich mit dem dortigen Staatstheater nie ganz warm geworden. Die Semperoper blieb außerhalb meines Blickfeldes. Auch in Erfurt besuchte ich lange Zeit das hiesige Musiktheater nicht. Dies änderte sich erst mit dem Ende der Corona-Pandemie. Allmählich machte mich die Oper in Erfurt neugierig und mittlerweile gehören die Inszenierungen zu einem festen Bestandteil meines Kalenders.
Aufmerksam auf die Geschichte des Theaters machte mich meine Frau. Ursprünglich wollten wir gemeinsam einen kleinen Aufsatz über die Sammlungen des Hauses schreiben. Aber wie so oft fehlte die Zeit und kamen die Wirrnisse des Lebens dazwischen. Im Sommer 2023 veranstaltete ich an der Universität Erfurt ein kleines Seminar zum Thema ‚Theatergeschichte‘, aber leider entwickelte sich nichts daraus.
Mit dem Beginn des Jahres 2026 denke ich gelegentlich über meine berufliche Zukunft nach. Gern würde ich noch einen Drittmittelantrag stellen. Womöglich ist die Theatergeschichte genau das Feld, in dem ich mein nächstes Buch entwickeln werde. Und es gibt einen gar nicht unerheblichen Zusammenhang zu meinem Manuskript über ‚Verflochtene Ungleichheiten‘ in den Bildungswelten der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik. Denn ich werde darin die Metapher des Theaters und seiner Hinterbühnen als Beschreibung des Sozialismus (kritisch) aufgreifen.
Wie beginnt also dieses Projekt? Natürlich, mit einem Blick in die Akten. Und dabei musste ich feststellen, dass meine Lesefähigkeiten der Kurrentschrift etwas allzu sehr nachgelassen haben. Deshalb sitze ich nun erstmal im Stadtarchiv und lerne irgendwie von Neuem Lesen.
Zuerst donnerstags, jetzt dienstags will ich im Stadtarchiv Erfurt recherchieren und in den Überlieferungen stöbern. Eine kleine Übersicht zu den infrage kommenden Akten habe ich angelegt. Noch etwas gewöhnen muss ich mich an die Mittagspause im Archiv. Nach Hause gehen oder an die Uni fahren, kostet zu viel Zeit. Irgendwie muss ich ein kleines, nettes Lokal finden, in dem ich in Ruhe Mittagessen kann.
Und vielleicht passt alles am Ende einmal so wie ich es mir vorstelle. Nach 20 Jahren konnte ich meine Software für die Archivrecherchen über Bord werfen und starte von Grund auf mit einer neuen App. Ebenso habe ich meine Notizen alle digital verfügbar und ordne sie nun nach einem einheitlichen Muster.
Zum Schluss: Meine Frau wies mich gestern darauf hin, dass die Thüringer Tourismus GmbH Gärten und Theater zu ihrem Jahresthema erklärte. Eine dpa-Meldung der neuen musikzeitung findet sich hier.